Räder gepulvert

Gestern wars endlich soweit  – Cookie war so lieb, mir die Räder abzuholen. 

Schwarz glänzend, RAL 9005 (dürfte nun schon bekannt sein).

Sehen einfach genial aus – und die Arbeit, die ein Fachbetrieb zu leisten vermag, ist das Geld echt wert. Wunderschön. Das nächste Mal presse ich die Radlager vorher selbst aus – wusste ich nicht – mea culpa.

Und neue Radlager kommen auch gleich rein:

Fertig zum Sandstrahlen

Den gröbste Schmutz mittels Kärcher eliminiert, die alten Ge-Metzeler-Reifen haben den Weg alles Unverrottbaren angetreten (natürlich beim Reifenhändler sauber demontiert und entsorgt), abgeklebt, was abgeklebt gehört und demnächst im großen Sandsturm.
Sehr positiv überraschte dafür der Kettenblattträger. Okay – das Hinterrad wurde mit als „mit spielfreiem Kettenblattträger“ verkauft – aber ich bin nicht so naiv, bei 30 Jahre alten Teilen auf einen guten Zustand zu hoffen. Beim Zerlegen jedoch zeigte sich bald – das Teil IST gut. Nur die Oberfläche. DACHTE ich. ABER es kam noch besser: Was so angegriffen aussah, war nur 30 Jahre altes Kettenfett. 5mm dick! Man kommt halt einfach zum Putzen an diese Stelle kaum dran, ergo ist das auch normal. Eine Nacht in Kaltreiniger und ich traute meinen Augen nicht zu trauen: Der Kettenblattträger ist makellos und kann genau so wieder verbaut werden. Dazu passt das neue Kettenblatt natürlich hervorragend. 

Wenn der Lenker schon mal dran ist

Also, der Lenker am Motorrad macht das Ding nicht nur sperrig, sondern irgendwie auch gleich viel interessanter. Auch wenn es nur ein gebogenes Alurohr ist in gediegenem schwarz, dazu noch federleicht und natürlich mit Gutachten. Ach, ich schweife ab.

Warum nicht mal den Alugasgriff mit dem Lenkergummi dranhalten. Ach was, schrauben ist besser:ja, der gefällt. Wie sieht das dann erst mit der Bremspumpe dazu aus? Noch besser!

Die andere Seite ist aber schon gar karg. Also mal die superkleine reduzierte Schaltereinheit dranhalten. Ach was, DRANSCHRAUBEN macht mehr Spaß:Als mir Werner vor gefühlten 100 Jahren damals diese minimalistische Lenkerarmatur das erste Mal zeigte „schau, wie genial, klein, leicht und nicht mal teuer“ fand ich sie nur eher hmmm. Na ja, damals fuhr ich ne fast neue Honda und fand die japanischen Standardarmaturen einfach toll. Was soll an so was Kleinem denn toll sein? Jahre später kam die Erleuchtung: Weglassen was nicht sein muss! Ja, weniger geht kaum mehr, Mission erfüllt. Und Motorradschrauben ohne an Werner zu denken geht sowieso nicht.

Irgendwo muss ja noch die Kupplungsarmatur rumoxidieren. Die hab ich gebraucht gekauft (Budget spielt schon auch eine Rolle), weil die Yamaha ja auch einen Dekozug braucht und die muss noch aufgearbeitet werden. Bäääh, die ist ja versifft. Vor dem Lack mal den Schmodder weg – ab ins Ultraschallbad damit: Werd das Ding morgen zerlegen und entlacken, dann darf 2K Lack in meiner bevorzugten Farbe RAL 9005 TIEFSCHWARZ zum Einsatz kommen (wie auch an etlichen anderen Teilen auch).

Der Tank

Als Basis ein guter SR Tank mit nahezu keinem Rost – lag schon seit Jahren trocken im Keller, innen zart eingeölt – so wie es sein soll. Einzig im Bereich der immer scheuernden Sitzbank minimale Rostpünktchen zu sehen. Aber sonst – tip top.

Man denkt – entlacken – ein wenig entrosten – grundieren und ab zum Lackierer – fertig. So war der Plan.

Entlacken mach ich gerne mit ColourEx* – hat schon bei Teilen wie der Gabelbrücke super funktioniert. JA, die Unterseite des Tanks ging auch super, aber an der Oberseite hat Yamaha anno 86´ nicht gegeizt – sondern wahrscheinlich den widerstandsfähigsten Klarlack ever verarbeitet. Sprich – bis sich erste Erfolge zeigten, brauchte es viele Durchgänge.

Es wird:

Und bis alles weg war – noch mehr.

So ein blanker Tank mit aktivierter Oberfläche legt binnen MINUTEN Flugrost an – unglaublich. 

Anschließend wurde entrostet mit Pelox RE. Das Zeug ist toll. Ist eigentlich nichts anderes wie eingedickte Phosporsäure.

Kann man immer wieder drüberpinseln und so reaktivieren. Wurde dann so oft wiederholt bis KEINE Verfärbung mehr nach dem Auftragen zu sehen war – dort waren dann richtige winzige Krater im Blech – und ich dachte das wäre nur oberflächlich…

Demzufolge macht man das ebenfalls gefühlt 100 mal. Solange sich was verfärbt ist man nicht fertig – ganz einfach. Das Abwaschen ist aber wiederum etwas biestig. Am Einfachsten ging es dann mit frisch einpinseln und schon nach 10min abwaschen – dann war die darunterliegende Schicht ausreichend angelöst.

Jetzt hieß es schnell sein. Trocknen mit Heißluftfön, abwischen mit Silikonentferner und gleich zart grundieren mit 2K Epoxygrundierung – gibt es auch in der Dose (leider teuer). Aber das ist und bleibt nun mal der beste Korrosionsschutz. Natürlich auch auf der Innenseite:Trocknen lassen:Und mal probesitzen am Moped:EINE winzige Delle hat er – aber dies überlasse ich dem Fachmann des Lackes.

Und weil es so schön ist, werd ich ihn innen doch noch entrosten und versiegeln – nicht unbedingt nötig, aber wenn schon, dann perfekt.

*Ein Hinweis zu ColourEx – auf der Verpackung steht „Verarbeiten wie Fett“. Okay, rein mit der Hand und drauf. NEIN – macht das NICHT. Meine Haut sah nachher gar  NICHT gut aus. Nehmt dicke, gute säurefeste Handschuhe und einen Pinsel – die Haut dankt.

Was lange währt

30. Juni 2002:

Zwei mehr oder weniger Verrückte holen ein verrostetes Etwas namens Motorrad. Type: SR500, Bj. 86.

In Bochum

950km

Eine Strecke

An einem Tag

Hin und retour

6. November 2014: Die selben beiden Protagonisten (nun sichtbar älter und  weiser) holen das Motorrad nach erfolgter Schnellrestauration bei einem Freund in Wildon ab.

28. September 2017: Schon wieder die Beiden.

  • 19:30 die SR springt nicht an. Morgen ist der Typisierungstermin.
  • 20:30 Kicken Läuft mit Startspray und Joker
  • 21:00 Vergaser ausgebaut
  • 21:45 Verklebte Düsen ausgebaut und gereinigt
  • 22:15 Sie läuft
  • 23:00 Probefahrt
  • 23:01 Elektrik aus beim Rechtseinschlagen des Lenkers
  • 23:02 NEIN, kein Feuerwehreinsatz (war knapp), Steckverbinder neu zusammengesteckt
  • 23:45 Motorrad aufgeladen

29.September 2017:

  • 07:10 Eintreffen bei der Typisierungsstelle

Ganze Story HIER

Immer vorm Urlaub…

ist dringend was zu richten.

Ereignis 2017: Motorumbau. Alter Motor bläst beim 2. Injektor durch, ergo den neu aufgebauten, bereits vorbereiteten Motor einbauen.

Was sich nach einer schnellen Ho-Ruck-in-2-Stunden-simma-fertig-Aktion anhört wird wie immer ein längeres Abendprogramm.

Tag 2: Der Antriebsstrang ist komplett ausgebaut, Motor vom Getriebe getrennt, alles fertig für den Zusammenbau.

Der „neue“ Motor: