Weiter gehts mit den Rädern

In glänzendem Schwarz verführen die Räder sogleich daran weiterzuarbeiten. Also – rein mit den Radlagern. Wohl dem der eine Presse hat (Cookie hat eine – fein ist das). Das 18 Zoll Hinterrad ging genau rein, das 19 Zoll Vorderrad? Nun, wohl dem, der einen Fäustel hat – bloß ist das nicht soooo lustig. Hat aber auch geklappt.

Und weil ich grad so in Fahrt bin, bau ich auch gleich die hintere Bremse zusammen:

Und der Kettenblatträger ist auch montiert, warte ich nur mehr auf die Reifen. Sind aber auch bereits bestellt – nicht im Internet, sondern beim lokalen Reifenhändler meines Vertrauens natürlich – ProfiReifen. Um den gewünschten Scramblerlook sowie eine gute Performance unter einen Hut zu bringen, habe ich mich für den bewährten Conti TKC 70 entschieden, vorne in 100/90-19 und hinten in 4.0-18 – eine von Yamaha freigegebene Kombination, damit die Zulassung in Deutschland für Matthias keine Probleme bereitet.

Generell ist es so, wenn man ein Motorrad neu aufbaut und dabei den eigenen Wünschen entsprechend modifiziert (customized, wie man neudeutsch so sagt), sollte man sich vorab im Klaren sein, was man möchte und wie man dies erreicht. Nur zu kaufen, was aktuell gerade gefällt, wird sowohl im Endergebnis, kostenmässig als auch funktionell Probleme bereiten – genauso wie Teile, welche gut aussehen, aber ohne TÜV Bericht kommen – keine Chance auf eine Eintragung, so zulassungsrelevant.

Tank versiegelt

Laut Anleitung des Korrosionsschutzdepots kann man den Tank noch mit Kovermi ausschwenken um vor Flugrost zu schützen – das habe ich gemacht, sonst wird es wieder so stressig zwischen Entrosten und Versiegeln.

Dank Kovermi ist dann die Oberfläche dunkelgrau bis schwarz passiviert und kann in aller Ruhe komplett austrocknen. Diese Vorgehensweise war mir so sehr sympathisch.

Dann kam die obligate Rumpatzerei mit der 2 Komponenten Epoxydversiegelung. Im Gegensatz zu Kreem, welches es weiß oder rot gibt, ist diese hier grau – auch gut. Also den Härter in die Dose mit dem Harz schütten, rühren/schütteln und dann in den Tank. Da die Menge wirklich gering ist UND aufgrund der Temperatur im Freien war das Ausschwenken etwas langwierig, aber die Zeit bis zum Einsetzen der Aushärtung auch entsprechend größer. 

SEHR angenehm empfand ich die Geruchlosigkeit dieser Beschichtung, das kann man ohne Bedenken im Keller durchführen (fürs nächste Mal).

Nach dem Aushärten sah es dann so aus:

Und so soll das auch laaaange bleiben

Solltest Du auch so was vorhaben, dieses Set habe ich benutzt: LINK

Tank entrostet

Ein rostiger Tank ist ein Ärgernis. Spätestens wenn das Zeug entweder den Filter oder den Vergaser verstopft, ist die Fahrt zu Ende. Will niemand. Und ich will keineswegs Matthias ein Motorrad hinstellen, welches nicht wirklich so perfekt ist, wie ich es halt hinbekomme. 

Der Tank ist war eigentlich angedenk des Baujahres innen in einem guten Zustand, aber eben nicht so gut, wie ich ihn mit vorstelle. Rostbraun geht gar nicht.

Ergo entrosten. Bei meiner blauen WNC-SR habe ich dies mit Kreem gemacht, welches von RBO vertrieben wird. Ging sehr gut, allerdings ist sowohl zum Entfetten als auch zum Entrosten eine Temperatur von 60°C notwendig. Habe mir dazu eine Thermoschaltung und einen Heizstab angeschafft. Zweiterer ist aber nach einem Tank bereits defekt.

Also suchte ich nach einer Alternative. Beim Korrorionsschutzdepot wurde ich fündig. Das Tankversiegelungsset ist quasi sehr ähnlich zu handhaben, aber bei Raumtemperatur. Nachteilig ist die deutlich längere notwendige Einwirkdauer. Fürs Entfetten sollte man schon durchaus ein bis zwei Tage veranschlagen, fürs Entrosten ebenso (immer wieder schwenken und schütteln zwischendurch). Das Ergebnis ist aber ebenso gut. 

Das eigentliche Versiegeln erfolgt morgen, ist ne Patzerei…

Fast fertig ;-)

na ja, fast halt nur. Die Rädern wurden mal von den steinalten Ge-Metzeler’n befreit und einfach mal an den Rahmen gestellt und siehe da – es sieht ja schon fast wie ein Motorrad aus. 

Morgen mal den (an sich spielfreien – hoffe, dies bewahrheitet sich) Kettenblattträger abbauen sowie die Bremsscheibe und die Teile für den nächsten Sandsturm vorbereiten.

Der Kettenblattträger ist insofern immer spannend, da hier eine der echten konstruktiven Schwächen der SR verbaut ist – hier läuft Metall auf Metall und wenn der Vorbesitzer den kleinen Schmiernippel nicht regelmässig liebevoll umsorgte, bedarf dieses Teil eines Umbaus. Nicht extrem aufwändig, aber halt auch Arbeit. Wenn aber nur geringste Zweifel auftauchen, wird natürlich umgebaut – soll schon ein feines Teil werden.

Bald gehts weiter

Mal was dranhalten

Mal IRGENDEINES der bereits gekauften Teile einfach so dranhalten oder dranschrauben um zu sehen was es denn eigentlich wird – das tut gut und fördert die Motivation.

Also, mal den schönen TRW Alulenker draufgeschraubt:Ja, darauf kann man bauen. Also halten wir mal den Scheinwerfer dran: Ja, das kommt gut, DARAUF kann man sich freuen. Reicht für heute mal…

Die Gabel

Nachdem mir das zukünftige Fahrverhalten sehr wichtig ist (möchte ja, das Matthias möglichst viele tolle Kilometer mit Grinsen im Gesicht zurücklegen kann), hab ich mich im Innenleben der Gabel ein bisschen ausgetobt. Erstmal alles zerlegt, penibel gereinigt (man glaubt nicht wie viel Abrieb in so einer Gabel ist).

Die Vorspannhülsen sind rausgeflogen, stattdessen kamen Gabelstopfen mit einstellbarer Vorspannung aus meinem Fundus (sehr edle Teile) an die Gabel, die fehlende Vorspannung besorgten zusätzlich SR Ventilfedern, welche das Fahrverhalten positiv beeinflussen sollen. Zusätzlich kam das Öl eine Nummer dicker von White Power rein, neue Gabelsimmeringe sowieso und die Standrohre wurden mit 2000er Schleifpapier und Öl feinstens abgezogen vor dem Einbau.

Ach ja, die sinnlosen Halter für einen zweiten Bremssattel sind auch gleich abgesägt/feilt worden.

Schleifen

Schleifen

Noch immer nicht fertig, also mehr schleifen

Grundieren und füllern

Und lackiert – wieder mal in RAL 9005Zog sich natürlich wie immer über Wochen hin…

Schwingenlagerung II

Nur 5 Wochen Lieferzeit:

Die benötigte 22mm Reibahle kostete bei AliExpress 13,38€ inkl. Versand. Die Qualität ist – nun ja, 13,38€. Aber ich hab mal ein Lager versucht, die Masshaltigkeit stimmt, ergo tauglich. Los gehts.

5min Arbeit fürs auf Mass reiben.Und schon ist die Schwinge am Platz – penibel ausdistanziert (das dauerte aber länger als 5 Minuten).

Schwingenlagerung I

Nachdem die Nadellagerung aufgrund des kleinen Schwenkwinkels eher suboptimal sind, bekommt diese hier für ein perfektes Fahrverhalten Buchsen aus Lagerbronze. 

Reinklopfen alleine funktioniert natürlich nicht, aber mit zwei passenden Nüssen, Beilagscheiben und Muttern kann man ein funktionierendes Einziehwerkzeug basteln. Sieht dann so aus.

Und schon sind sie drinnen:

ANGEBLICH passen diese Lager ja auch ohne sie nachzureiben. Bei mir natürlich NICHT. Achse klemmt. Okay, also ausreiben. Ein 22mm Reibahl? Hat niemand. Nicht mal in meiner Firma. Lösung: kaufen. Im österreischischen Werkzeugmarkt: Ab 110€. AliExpress: 13,38€ inklusive Versand. He, man kann zu China stehen wie man will, so ein Müll kann diese Handreibahle aber gar nichts sein, das man zwei Buchsen damit nicht auf Mass bekommt. Aber das bedeutet wieder mal warten…

Trotzdem cool 🙂