Erste Reparaturen

Wie gesagt, Mathilda war ein wenig in die Jahre gekommen und verlangte ein bisschen liebevolle Zuwendung.

Zuerst mal die absolut notwendigen Dinge, da verstehe ich keinen Spaß: Bremsen. Scheiben und Beläge von Brembo mögen die bescheidene Bremsleistung wieder auf das Niveau des Jahres 2000 bringen, dazu frische Bremsflüssigkeit und dann schauen wir mal, was der freundliche Herr vom ARBÖ zu sagen hat.

Ja, eine Menge. War vielleicht ein bisschen blauäugig. Natürlich brauchte er nur 12 Sekunden, um den rostigen Fahrschemel zu entdecken (eine wirklich bekannte Schwachstelle), zusätzlich war das rechte hintere Radhaus hinterm Tankeinfüllrohr partiell quasi weg. Also nicht rostig, sondern weggerostet. Weg halt. Perdú, futschikato, inexistent. Und die Ölwanne leckte schon, weil auch am durchrosten. Oha. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der durchgerostete Kotflügel wäre für ihn aber kein Thema, da weder tragend noch sicherheitsrelevant. Aber für mich, da häßlich.

Ergo Teilebestellung. Gefreut wegen der günstigen Teilepreise. Beispiel gefällig? Ein Kotflügel 35€, Bremsscheibe 15€/Stk., Satz Bremsbeläge 23€, Scheinwerfer 31€.

Also bekam sie gleich ein großes Service mit neuen Kerzen, Öl, allen Filtern, Wischerblättern, einen neuen Scheinwerfer und auch ein bisschen Tuning: Die gelben Blinkerbirnchen wurden gegen Osram Diadem getauscht, welche silbrig glänzen und nur beim Blinken gelb leuchten, dadurch sieht der komplette Scheinwerfer etwas moderner aus. Der neue Kotflügel konnte natürlich nicht mattschwarz bleiben, sondern wurde von einem befreundeten Lackierer in der passenden Farbe lackiert.

Das Radio der Vorbesitzerin musste auch raus, ein gutes Pioneer zog ein, natürlich inklusive Lenkradinterface – wenn schon eine Fernbedienung da ist, hat die auch zu funktionieren. 45€ für den Luxus, das musste sein, das Radio lag noch rum.

Aber, unsere Beziehung war ja noch am Anfang und das ein 500€ Auto nicht ohne Pflege einfach so ein Pickerl bekommt, war mir von Anfang an klar.

Also verzinkten Fahrschemel bestellt. Kostenpunkt knapp 200€. Warum sprechen da alle immer gleich von Totalschaden?

8 Stunden später zu Zweit in der Werkstatt. Der Fahrschemel ist neu. Aber die Arbeit ist echt nicht lustig. Um keine Schimpfausdrücke zu benutzen… Gerade das Automatikgetriebe macht die Zugänglichkeit zu manchen Schrauben teilweise fast unmöglich. Es brauchte viel Improvisationsgeist, aber irgendwie ging es dann doch. Einfach ist aber anders. Die Ölwanne ging bei diesem Anlaß gleich mit, gleich wie ein Getriebeölservice auch gemacht wurde.

Nur das hintere Radhaus, das wollte ich nicht. Hinterachse absenken, Tank absenken, Blech ausschneiden, neues reinschweissen, vorher anpassen. Ehrlich – da wollte ich nicht dran. Also durfte Michi dies machen, der kann so was.

Hier gehts weiter mit dem „Pickerl“