Mathilda

Was war geplant: Ein kleiner fahrbarer Untersatz, möglichst billig, Automatik ein Muss, Charme wäre dazu noch ganz nett.

Willhaben.at wurde konsultiert, es stellte sich schnell heraus – sooo viele kleine Autos mit Automatik gab es nicht, günstige noch weniger und wenn, dann mit sehr hoher Laufleistung. Und – ach ja, Charme? Ein Fiat 500 hat Charme, aber zu teuer und keine richtige Automatik, Mini zu teuer – blieb nur noch ein Auto übrig: TWINGO.

Die kleine Knutschkugel mochte ich schon 93´, als ich meinen Führerschein machte, ergo – warum nicht? Frühe Modelle hatten eine Easy genannte Halbautomatik, dann gab es von 98′ bis 2000 eine reichlich alte Dreigangautomatik „Matic“ und anschließend ein automatisiertes Schaltgetriebe, Quickshift genannt. Wobei dieses niemals quick shiftet, da ist der Name fast ein Hohn.

Tja, also, warum keinen Twingo Matic? Man hörte nichts Gutes darüber, soll lahm sein, saufen und wenn man Ersatzteile braucht, eine mittlere Katastrophe. Ha, genau richtig für mich 😉

Und dann fand ich SIE: Mathilda. Ein 2000er Twingo Matic mit überbordenden 58PS, der verbrauchsmaximierenden Dreigangwandlerautomatik und gaaaanz viel Charme, das ganze gepackt in Antiseptischgrünmetallic (die Franzosen hatten dafür aber eine wesentlich nichtssagendere Bezeichnung: Bleu Tobago, Nr 456) und bis auf Klimaanlage nahezu alles, was es halt damals so gab.

Servolenkung, ABS, 4 Airbags, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Radio mit Lenkradfernbedienung – alles an Bord. Noch wichtiger das große elektrische Panoramadach – macht echt was her.

Mathilda hatte knapp über 100tkm auf der Uhr, sollte 500€ kosten, hatte ein Pickerl im Überzug (sprich, konnte man noch anmelden), eine Vignette die noch 3 Monate Gültigkeit hatte und einen halbvollen Tank sowie Winterräder auch dabei.

Dazu zwei verbeulte Türen, einen unten durchgerosteten Kotflügel und – an und für sich das wirtschaftliche Ende vieler Twingos vor 2001 (danach gab es verzinkte Bauteile allüberall und Twingos ab 2001 sind korrosionstechnisch besser als gleichalte Mercedesse) – einen durchgerosteten Fahrschemel. Weiters abgefahrene vordere Bremsen, ein Scheinwerfer mit Steinschlag und eine Menge Kleinkram, der halt ein bisschen liebevolle Zuwendung brauchten. Gut, dass Twingoersatzteile fast nichts kosten.

Kurz gesagt – wir wurden uns einig. Ich habe NICHTS runtergehandelt, die Verkäuferin war sympathisch, der Preis war fair und Mathilda fuhr brav.

Okay – so wenig Beschleunigung habe ich echt nicht erwartet, die beschleunigt schon äusserst betulich, aber für die Stadt vollkommen ausreichend.

Zur Beschleunigung passend – der Rosenkranz. War aber nicht im Kaufpreis inbegriffen 🙂

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