Alles vorbereitet für heute abend

In nur 3 Geschäften bekommt man zusammen die Komponenten für einen Gaszug – wenn man nicht den originalen Gasgriff benutzt…

Dazu Motoröl, Ölfilter und Ersatzkerzen (man weiß ja nie) und eine Batterie. Soll ja bald mal laufen, die gute SR.

Dafür sind meine beiden SRs in der Halle sorgfältig mit den feinen Abdeckungen von Louis (sind ja fast wie ein Spannleintuch – ein Schurke, wer Böses denkt) bis zum nächsten Frühjahr abgedeckt.

Heute abend sollte dann die Elektrik mal größere Fortschritte machen und der Motor seinen schmierigen Lebenssaft bekommen. Feinstes 20W40 – für luftgekühlte Motore halt.

Neues Jahr und weiter geht´s

So, Weihnachtspause beendet, genug dem faulen Dasein – die SR muss fertig werden, Hias wohnt schon im Haus, da braucht er sein Motorrad bald mal fürs Wohnzimmer oder so.

Ging gut vorwärts gestern:

Krümmer montiert, muss noch mit Auspuffband umwickelt werden, Vergaser montiert (wer jemals bei einer SR den Gaser montieren musste, weiß, das dies quasi ne Strafarbeit ist), Sitzbankbefestigung vorne (Martin´s Werk und wer ihn kennt kann erahnen, wie genial die ist), Rahmenloop angepasst und – für mich am Wichtigsten – rausgefunden, was an der Elektrik nicht wollte. Erkenntnis: Man KANN an der SR CDI und Laderegler vertauscht anstecken, selber 6 poliger Stecker… Gut, das ich mit einem Labornetzteil getestet habe, da dürfte nichts kaputt gegangen sein. Trotzdem ärgerlich, habe den halben schon umwickelten Kabelbaum wieder ausgezogen…

Na ja, es gibt Schlimmeres.

Bilder:

Letzte Aktion 2019

IRGENDWAS musste ich ja noch tun. Nix Großartiges, das passiert 2020. Ergo, das Zündschloß mit dem genialen Halter von KEDO montiert. Den hat meine blaue SR auch, bin jedesmal wieder beeindruckt von dem Ding. Klein, leicht, super konstruiert.

Wenn man es einmal verbaut hat, weiß man, was der Konstrukteur sich dabei gedacht hat. Bissl Scotch-Brite fürs Zündschloß noch…

Und ein Weihnachtsgeschenk für die Werkstatt ist auch gekommen:

Hoffentlich brauchen wir es nicht sooo oft, aber Helicoil ist immer goil.

Elektrik…

An und für sich dachte immer, ich mag Elektrik, ich KANN Elektrik. Ergo kann das Verlegen des Zündschlosses nach unten ja überhaupt kein Problem darstellen oder? Na ja, das Labornetzteil meint was Anderes – Kurzschluß beio Zündung ein.

KAS! Also mal den Vergaser überholen – alle Membranen waren morsch:

KEDO hat eh wie immer superschnell geliefert, das wievielte Packerl das war, hab ich nicht mehr mitgezählt…

Sitzbank mal draufhalten:

SCHÖÖÖÖN

Die lange Nacht der Schraubenschlüssel

Ich gebe es zu – der Titel ist abgekupfert von der www.rareforcare.blog. Seite ist wirklich empfehlenswert – Surftipp. Leider ist die Benefizaktion schon vorbei, meine Werbung kommt zu spät.

Gestern wurde seit langem erstmals der Tank wieder probeweise montiert – die Schutzfolie am schönen Lack hab ich aber belassen – wäre schade, wenn da was passiert.

Auch der Motogadget Tiny fand seinen finalen Platz, der Zeit und der Faulheit geschuldet mit einem fertigen Tachohalter von Two Hand Motorcycles. Hätte man ohne Probleme selbst machen können, aber fertig ist halt schneller. Ist aber auch wirklich dezent gemacht. Kleines Schmackerl: die beigefügten M3 Schräubchen zu Tachomontage waren allesamt zu lang, nur die dem Tiny ohnedies beiliegenden Schrauben passten. Somit schaut die Front schon sehr komplett aus, viel mehr wird hier auch nicht mehr passieren. Okay – Rückspiegel und Blinker müssen ja leider…

Unendlich dezent und puristisch die Fahrerperspektive.

Kurbelgehäuseentlüftung und Ölrücklaufleitung fanden auch ihren angestammten Platz.

Und dann kommt, was jedem Motorradbauer Freude bereitet – dem Einen mehr, dem Anderen weniger – der Kabelbaum. Einen hatte ich noch am Dachboden, diesen hatte ich beim Aufbau meiner W N C damals als „nicht ganz so toll“ ausgemustert – warum weiß ich heute nicht mehr – denn der Kabelbaum ist absolut top. Nur die Bewicklung war nicht mehr so prickelnd, Isolierband hält leider keine 33 Jahre.

Heutzutage gibt es zum Glück wunderbare Wickelbänder für Kabelbäume, erstmal musste ich aber die Verkabelung des Zündschloßes nach unten verlegen, was keine sehr schwere Aufgabe ist. Zündschloß nach unten deshalb, weil oben der Tiny sitzt und auch der cleane Look kein Zündschloß an der Gabebrücke benötigt.

Martin hat ganz nebenbei den Krümmer repariert und der Endtopf durfte mal probeweise Platz nehmen. Lasst Euch überraschen, da wird optisch super.

Ja wird definitiv schön

Auspuffanlage

Ist immer irgendwie ein Teil, welches ein bisschen stiefmütterlich behandelt wird bei so einem Aufbau – einfach weil man eh bis zum Schluß gut dran kommt.

Hier muss ich ein bisschen dem Low-Budget Gedanken frönen: Die alte, gebrauchte Abgasanlage mal als Basis genommen und mit einen Endtopf aus dem Internet kombiniert.

Dämpfung ist hier – auch natürlich mangels Volumen – Mangelware. Ein DB-Eater ist auch bereits bestellt, sollte ein halbwegs erträgliche Geräuschkulisse ermöglichen. Ob aber dieser Endtop so eintragungsfähig ist steht in den Sternen.

Eben deshalb wird der noch existente Originalendtopf soweit restauriert, das für die erforderliche TÜV-Abnahme wahlweise dieser montiert werden kann.

Der Krümmer hingegen war bei näherem Hinsehen in erstaunlich gutem Zustand und muss nur optisch ein bisschen getuned werden – Bilder demnächst.

Es wird!

Schön langsam wird es echt was. Der kleine Tacho passt perfekt:

Kaum baut man die Bremsanlenkung RICHTIG herum zusammen, schaut es auch gleich wie gewollt aus:

So sah es falsch rum aus – lustigerweise hatte ich an der W N C an exakt der selben Stelle auch mehrfach Schrauberbedarf.

Und eine erste Sitzprobe war auch gleich drin:

Leider geil. Bin ich froh, dass ich den zukünftigen Besitzter ECHT mag 😉

Vergaserreinigung

Irgendwann muss auch eine Gemischaufbereitung in das Mopped – klar. Der dafür vorgesehene Vergaser liegt auch schon rum – nur so etwas verbaue ich nicht ohne gründliche Reinigung.

Ein großes Ultraschallbad ist glücklicherweise in meinem Besitz, der von mir präferierte Loctite-Reiniger jedoch stößt zuweilen in meinem Haushalt auf Naserümpfen weil „der stinkt“.

Ein Mitglied der SR Community hat aber eine andere Lösung: 4 Stunden bei 60°C mit einem Geschirrspültab. Eigentlich logisch – das Zeug reinigt und entfettet wie nur was – also warum nicht.

Ich habe das trotzdem im Ultraschallbad gemacht, dort sind die 60°C konstant kein Problem, zwischendurch immer wieder mal 5min Ultraschall aufgedreht.

Das schmutzige Abwasser zeigte dann auch ganz klar den Erfolg des Unterfangens, die Teile kamen schön sauber und vor allem angenehm anzugreifen aus dem Bad, wurden aber umgehend dünn mit WD40 eingenebelt – sicher ist sicher.

Nun warte ich nur noch auf die nächste KEDO Bestellung, dort sind dann auch die neuen Vergaserschrauben drinnen, Innensechskant sind doch am Vergaser wesentlich besser handhabbar als die eher weichen Kreuzschlitzschrauben, die Mikuni immer verbaut.

Eitelkeiten

Irgendwann kommt beim Zusammenbau dann der Moment, wo man eigentlich alles beinander hat, es passt sogar und trotzdem denkt man sich – NEIN.

Nein, das geht so nicht, es gefällt mir nicht. Hier haben es Menschen, die nur ein Fahrzeug restaurieren einfacher, so sie dem Original folgen, die Teile noch verfügbar und deren Zustand in Ordnung sind, wenn man aber ein Fahrzeug nach eigenem Gusto aufbaut – auf neudeutsch customized – dann kann es eben passieren, das man vom Plan abweichen muss. Und so war es auch hier.

Dienstags mal alles rund um die Gabel montiert. Der kleine Scheinwerfer im Bates-Style mit der blauen Fernlichtkontrolle ist ein Traum, klein, zierlich und der Designvorlage nachempfunden (ja, es gibt eine Designvorlage, macht Vieles einfacher), aber das gewählte Kombiinstrument (Drehzahlmesser analog, Geschwindigkeit und Kilometerstand digital sowie die notwendigen Warnleuchten als Lampen) mit 86mm Durchmesser und etwas ausladendem Halter verdeckte den freien Blick darauf.

Das Zündschloß hätte zwar noch Platz an angestammter Stelle, aber dann ist der Anblick endgültig überladen und der puristische Look dahin.

Nein, das muss anders gehen.

An der W N C sitzt ein zugegebenermassen unanständig teures Kombiinstrument der deutschen Firma Motogadget. Die Qualität sucht Seinesgleichen, diese Komponenten sind einfach traumhaft schön. Diese Firma produziert auch einen wunderbar kleinen Tacho namens Tiny, welcher auch gleich die Kontrollleuchten beinhalten und die notwendige ABE, welche Matthias eine problemlose Abnahme der SR ermöglichen sollte.

Tja, nach einem Tag des Grübelns und einer schlaflosen Nacht dann die Entscheidung: Ein Tiny muss her. Ja, ist unanständig teuer, ja, von Tumbleton&Twist gibt es ebenfalls ein 49mm Instrument, aber wiederrum „for racetrack only“ und Motogadget ist halt einfach ein bissl edler. Also was solls – gekauft und hier ist das gute Stück:

Leider geil…

Big steps forward

Die Anfertigung von Kleinteilen ist zeitaufwändig – aber Martin sei dank – eine endend wollende Tätigkeit. Die ausgewählten Stoßdämpfer der Harley Sportster passen nahezu perfekt, aber die unteren Befestigungsaugen sind deutlich breiter. Flach schleifen wollen wir sie nicht, also mussten spezielle Befestigungen her. Edelstahlschrauben M14 als Basis erwiesen sich als tauglich, kürzen und eine Kernbohrung sowie ein M10x1,25 Innengewinde später ergaben diese Teile formidable Befestigungen, welche auch optisch was hermachen.

Kleines Teil mit großer Wirkung und Funktion. An einem der oberen Gefestigungsgewinde musste ebenso eine Reparatur durchgeführt werden – das alte Gewinde abflexen, den verbleibenden Stumpf planen, eine Bohrschablone auf der Drehbank anfertigen (wie konnten wir überhaupt leben ohne Martins neue Drehbank? Best invest ever!), den von KEDO bezogenen Reparaturgewindestift eingeklebt und wieder was erledigt.

Anschließend die nächsten bestellten Teile an die Baustelle geschraubt: Halter für den Scheinwerfer:

Die Position des Drehzahlmessers ist hmmm noch optimierbar, da bin ich noch nicht zufrieden. Das Zündschloß hat ebenso kaum Platz an der Gabelbrücke und wird weichen müssen für die gewünschte puristische Optik. An Rückspiegel und Blinker mag ich noch gar nicht denken…

Weiters wurde Batteriebox, Airbox, CDI, Laderegler, Seitendeckelschloß uvm. montiert, das Hinterrad eingebaut, die Kette gespannt, der gepulverte Kettenschutz (ein nicht ganz schlankes Originalteil – aber ich möchte Probleme bei der Abnahme vermeiden), die Federbeine, die Drehmomentstütze für die hintere Trommelbremse und die Bremsbetätigung montiert. Diese Ecke hat mich auch beim Aufbau meiner W N C geärgert und hier war es wieder so. Yamaha hat hier über die Jahre mehrere Varianten verbaut, welche untereinander nicht wirklich kompatibel sind. Diesmal hatte ich Glück und nicht die ultraseltene Lösung einer ganz frühen 78er 2J4, sondern eben eine geläufige 86er 48T. Trotzdem – ohne angefertigte Teile wäre es auch hier nicht gegangen, Schuld daran war wie so oft die Tatsache, das hier nicht aus einem kompletten Motorrad ein restauriertes Objekt entstehen sollte, sondern aus einem Teilelager, welches nie vollständig ist.

Aber man kann scih schon was vorstellen.

Ja – gefällt. Zum Schluß des gelungenen Abends dann noch den Kabelbaum mal drangehängt und festgestellt, dass auf den ersten Blick mal nichts fehlt. Neu bewickelt wird er trotzdem – im Moment ist er einfach nur dem Motorrad unwürdig und wurde deshalb auch nicht fotografisch festgehalten.