Kleinteile bestellen

Wer jemals ein Fahrzeug restauriert hat, kennt das Problem: Beim Zusammenbau fehlen Kleinteile. Ob kleine Gummimuffen zur Schwingungsdämpfung, spezielle Schrauben, Blechwinkel… und auch so manche anderes Teilchen findet sich nicht (mehr) in den zahlreichen Teilekisten. Und der neue Kupplungs- und Dekozug sind gute 10cm zu kurz, warum auch immer.

Bei der SR fehlte dann noch eine Motorabdeckung, welche das Kettenritzel abdecken soll – einfach nicht zu finden das Ding.

Und ein Schloßsatz (also Zündschloß, Tankschloss, Seitendeckel und eventuell Helmschloß) sind natürlich auch nicht da. Ja, EINZELTEILE sehr wohl, aber nichts Ganzes. Und einen Schlüsselbund mit 4 verschiedenen Schlüsseln für 4 Schlösser möchte ich ungern dazugeben, sieht nicht schön aus.

Ergo TEILE BESTELLEN. KEDO ist immer eine gute Adresse, aber da dort alles schöne, glänzende Neuteile sind, nicht immer billig (preiswert dennoch!), braucht man auch eine Alternative. Ebay und einen der dort handelnden Teilehändler, welche ihr Dasein im Zerlegen von eigentlich noch fahrtüchtigen Motorrädern und dem Verkauf der Einzelteile fristen. Nun ja, ICH könnte das nicht, aber ohne deren Geschäftsmodell täten Leute wie ich sich mit ihrem Hobby viel schwerer.

Also, ein Kleinteilekonvolut mit dringend benötigtem Zeugs sowie ein Schloßsatz und die fehlende Ritzelabdeckung mit leichtem Nachverhandeln erstanden, bei KEDO dann viele weitere Kleinteile (das Paket wird winzig sein…) bestellt, kommt hoffentlich bald, soll ja weitergehen.

Abends dann die Schachtel mit dem Vergaser gesucht und – ahhhhh – eine Ritzelabdeckung gefunden. Uaaaah… wenn mein Alztheimer so voranschreitet, hab ich demnächst wieder ein Motorrad in Teilen im Haus verstreut deponiert.

Hoooo hop – rein mit dem Motor

Endlich fügt sich, was zusammen gehört: Der frisch revidierte Motor darf in dem ebenso frisch gepulverten Rahmen Platz nehmen. Dank der optimalen Arbeitshöhe alleine kein Problem den 46kg Brocken da sauber reinzuheben, hätte ich mir schwieriger vorgestellt.

Wirklich ein Schmuckstück

Zuerst noch den Kickindikator saubermachen, dann in den Weiten der Werkstatt ein Dichtmittel suchen, den Ventildeckel abnehmen, saubermachen, Kickindikator und Deckel sauber eindichten und zusammenbauen, alles mit Drehmoment verschrauben – Kleinigkeiten die dauern, aber dann rein mit dem kleinen Kraftprotz:

Und weil es heute so toll klappt, auch noch gleich die Bremse dran:

Zum supersauberen Entlüften hat mir dann die Muße gefehlt, der Druckpunkt geht noch besser.

Wichtigstes Hilfsmittel in der Phase ist dann der Schreibblock zum Notieren der Fehlteile. Immer wieder erstaunlich, was an Kleinzeugs noch alles zu besorgen ist und was das Kleinzeugs an Geld verschlingt.

Umsiedelung

So, heute war es soweit – die Baustelle namens SR ist in Martins Werkstatt gesiedelt. Grund: hier gibt es eine schöne Motorradbühne UND eine zusammengebaute SR bekomme ich ohnedies niemals aus meinem Keller je wieder raus.

Ergo haben SR und ich bei Martin Asyl bekommen.

Kleines Kuriosum am Rande:

Auf den an sich nicht ganz billigen Continentalreifen gibt es ja so viel zu lesen…

🙂

Endlich

So, nächste Woche ist es soweit, die SR-Baustelle darf endlich in Martins Werkstatt umziehen. Sehr schön.

Erste Bauteile (Fussrastenanlage) hab ich gleich mal mitgebracht, sauber gemacht und mit Zinkspray und glänzendem Schwarz schön gemacht.

Letzte Fehlteile – vorerst

Irgendwann, wenn man Zeit hat und nicht alles sofort haben muss, bekommt man sogar so begehrte Teile wie die Fussrastenanlage und eine hintere Steckachse für schmales Geld. Die SR für Hias war zwar als kostenbewusstes Projekt geplant, aber „low Budget“ ist hier nichts mehr inzwischen – zu gut soll sie werden.

Nur kleine Fortschritte

braucht zwar auch Zeit, macht aber nicht viel her:

Kleinteile reinigen, lackieren bzw. pulvern (lassen), Bremszange überholen, Teile sortieren, Stückliste überarbeiten und feststellen, was noch fehlt.

Leider zum Beispiel die Fussrastenträger – welche gar nicht mal so günstig zu bekommen sind 🙁

Der Tank ist zurück

Wie immer, ist auch diesmal auf Erwin, den Mann mit der hundertjährigen Lackiererfahrung, voll Verlass. Er versprach, vor Weihnachten und so war es auch. Am 22. bekam ich den Tank. Freundschaftspreis dazu auch noch.

Bin vom Ergebnis sehr begeistert, leider wird die Kombination von Leuchtstoffröhre und Handyfoto mit automatischem Weißabgleich der Farbe nicht gerecht.

Ab jetzt nur noch mit Gummi

Endlich – die Reifen sind da!

Ich finde, der Conti TKC80 passt optisch hervorragend zum Konzept eines Scramblers, der vorwiegend auf der Straße gefahren werden soll. Zudem verspricht das Profil guten Grip und eine hohe Laufleistung – so schreiben es auch diverse Foren. Okay, es gibt billigere Reifen…

Blöd ist nur, wenn man beim provisorischen Montieren draufkommt, das die bereits gekaufte Hinterachse definitiv nicht zu einer SR gehört 🙁

Weiter gehts mit den Rädern

In glänzendem Schwarz verführen die Räder sogleich daran weiterzuarbeiten. Also – rein mit den Radlagern. Wohl dem der eine Presse hat (Cookie hat eine – fein ist das). Das 18 Zoll Hinterrad ging genau rein, das 19 Zoll Vorderrad? Nun, wohl dem, der einen Fäustel hat – bloß ist das nicht soooo lustig. Hat aber auch geklappt.

Und weil ich grad so in Fahrt bin, bau ich auch gleich die hintere Bremse zusammen:

Und der Kettenblatträger ist auch montiert, warte ich nur mehr auf die Reifen. Sind aber auch bereits bestellt – nicht im Internet, sondern beim lokalen Reifenhändler meines Vertrauens natürlich – ProfiReifen. Um den gewünschten Scramblerlook sowie eine gute Performance unter einen Hut zu bringen, habe ich mich für den bewährten Conti TKC 70 entschieden, vorne in 100/90-19 und hinten in 4.0-18 – eine von Yamaha freigegebene Kombination, damit die Zulassung in Deutschland für Matthias keine Probleme bereitet.

Generell ist es so, wenn man ein Motorrad neu aufbaut und dabei den eigenen Wünschen entsprechend modifiziert (customized, wie man neudeutsch so sagt), sollte man sich vorab im Klaren sein, was man möchte und wie man dies erreicht. Nur zu kaufen, was aktuell gerade gefällt, wird sowohl im Endergebnis, kostenmässig als auch funktionell Probleme bereiten – genauso wie Teile, welche gut aussehen, aber ohne TÜV Bericht kommen – keine Chance auf eine Eintragung, so zulassungsrelevant.

Tank versiegelt

Laut Anleitung des Korrosionsschutzdepots kann man den Tank noch mit Kovermi ausschwenken um vor Flugrost zu schützen – das habe ich gemacht, sonst wird es wieder so stressig zwischen Entrosten und Versiegeln.

Dank Kovermi ist dann die Oberfläche dunkelgrau bis schwarz passiviert und kann in aller Ruhe komplett austrocknen. Diese Vorgehensweise war mir so sehr sympathisch.

Dann kam die obligate Rumpatzerei mit der 2 Komponenten Epoxydversiegelung. Im Gegensatz zu Kreem, welches es weiß oder rot gibt, ist diese hier grau – auch gut. Also den Härter in die Dose mit dem Harz schütten, rühren/schütteln und dann in den Tank. Da die Menge wirklich gering ist UND aufgrund der Temperatur im Freien war das Ausschwenken etwas langwierig, aber die Zeit bis zum Einsetzen der Aushärtung auch entsprechend größer. 

SEHR angenehm empfand ich die Geruchlosigkeit dieser Beschichtung, das kann man ohne Bedenken im Keller durchführen (fürs nächste Mal).

Nach dem Aushärten sah es dann so aus:

Und so soll das auch laaaange bleiben

Solltest Du auch so was vorhaben, dieses Set habe ich benutzt: LINK